Warum die Pro-Scene-Meta nicht in der Heldenliga funktioniert

Hast du dich jemals im Draft Screen der Heldenliga wieder gefunden, wo du mit deinen Mitspielern über die Helden diskutiert hast, die es auszuwählen galt? Ich denke, dass so gut wie jeder bereits diese Erfahrung machen durfte. Die Frage, die sich nun stellt: auf welcher Seite standest du?

Warst du die Person, die denjenigen, der lieber einen Gazlowe, anstatt einen Healer auswählte, harsch auf seinen kritischen Fehler hinwies? Oder warst sogar du derjenige, der diese Auswahl traf?

Egal für welche Seite du dich entschieden hast, eines sollte auch dir gesagt sein:
Die Heldenliga ist nicht das Gleiche wie die Competitive-Szene! Einzelne Picks oder auch ganze Teams, die für Pro-Spieler funktionieren, werden euch durch die schlichte Übernahme in die Heldenliga noch keinen Sieg sichern. Zu oft wurde in der Heldenliga auf die Picks und Teamkompositionen der Pro-Spieler verwiesen, als würde dies eine Art „Goldene Regel“ darstellen, obwohl es natürlich nicht so einfach funktionieren kann. Los geht’s also mit den Aspekten, die bei solchen Überlegungen leider sehr schnell verloren gehen.

Picks & Bans: Pro-Scene-Meta vs Heldenliga

Einer der größten Unterschiede zwischen der Heldenliga und der Competitive-Szene sind die bekannten Fähigkeiten der Profis. Viele Spieler sind berüchtigt für den Umgang mit einzelnen Helden, sowie deren Strategie gegen ihre Gegner. Dies wird natürlich auch im Draft berücksichtigt, was eine völlig neue Denkweise bei der Auswahl der richtigen Helden mit sich bringt. Die einzige Möglichkeit, etwas Vergleichbares in der Heldenliga mitzuerleben wäre, wenn zwei Spieler zufälligerweise in gegnerische Teams unterteilt werden, die bereits mehrere Spiele gemeinsam bestritten haben und sich somit gut kennen. Dieses Szenario ist für die Mehrheit der Spieler aber wohl verschwindend gering.

Egal welcher Seite der Argumentation du dich zuordnest, du kannst nicht abstreiten, dass dies einen extremen Unterschied ausmacht, der die Heldenliga von der Competitive-Szene abspaltet.

Fähigkeiten: Pro-Scene-Meta vs Heldenliga

Ein weiterer großer Unterschied sind die Fähigkeiten der einzelnen Spielerklassen. Das Potenzial der Helden wird von professionellen Spielern oft besser genutzt, als es Gelegenheitsspieler tun.
Viele Helden mit einem hohen Skill-Cap treten in der Competitive-Szene oft in Erscheinung, wobei sie in der Heldenliga doch fehl am Platz wären, aus dem Grund, dass diese von der Mehrheit der Spieler nicht ordentlich in das Team eingebracht werden können.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Fakt, dass beispielsweise Abathur in der Heldenliga eine ziemlich geringe Winrate besitzt und einhergehend eher unbeliebt ist, anders als in der professionellen Szene: Hier wird Abathur gern gebannt oder eben selbst gepickt.
Er wird zwar nicht so oft gewählt wie manch ein anderer Held, trotzdem fällt die Wahl durchaus häufiger auf ihn. Es ist nicht so, als sei Abathur ein schlechter Held, weshalb er oft verliert. Vielmehr liegt es daran, dass es sehr schwer ist, ihn mit seinem maximalen Potenzial zu spielen.

Die Tatsache, dass diverse Helden in den Händen eines Casual-Players bei Weitem nicht so gut aufgehoben sind, wie sie es in den Händen der Profis wären, zeigt erneut den großen Spalt zwischen den beiden Fraktionen auf. Du solltest auf keinen Fall einen Helden wählen, nur weil du gesehen hast, wie gut dieser Held in einem Competitive-Match war. Es soll nicht heißen, dass du dich nicht an schwierigen Helden versuchen sollst, dennoch wird der Durchschnittsspieler nicht an die Fertigkeiten heran kommen, die ein professioneller Spieler scheinbar mit Leichtigkeit aus seinem Ärmel schüttelt.

Team Koordination: Pro-Scene-Meta vs Heldenliga

Eine weitere Differenz, die nicht vergessen werden darf: in die Heldenliga könnt ihr euch nur allein einreihen. In Profi-Matches kämpfen zwei eingeschworene Teams gegeneinander, keine zufällig
ausgewählten Einzelspieler. Doch nicht nur das: diese Profi-Teams trainieren dauerhaft miteinander. Es ist ein Job, und diesem gehen sie mehrere Stunden am Tag nach, um auf dem Level zu bleiben, welches sie für die harten Matches benötigen.

Zusätzlich darfst du nicht davon ausgehen, dass deine Mitspieler das restliche Team um deinen gepickten Helden ergänzen. Du musst mit ihnen diskutieren und hoffen, dass sie verstehen welche Helden am besten zu deinem Eigenen passen und dass sie diese auch gut beherrschen. Profis hingegen, planen und koordinieren dessen Teams weitaus besser, als es in der Heldenliga nur möglich wäre.

Von Pro-Teams können innerhalb von Wettbewerben also sehr gute Synergien beobachtet werden, wobei man in der Heldenliga meist keine so gute Organisation und Harmonie erkennt.
Dies führt dazu, dass viele gute Synergien zwischen einzelnen Helden, leicht falsch, bzw. überhaupt nicht genutzt werden.

Kommunikation: Pro-Scene-Meta vs Heldenliga

In Competitive-Matches sind die Teams in der Lage, sehr einfach und schnell miteinander zu kommunizieren. Heroes of the Storm fehlt es derzeit leider noch an einem Ingame-Voice-Chat, weshalb Spieler in der Heldenliga rein auf Pings und das Schreiben im Chat angewiesen sind. Pings sind auf die programmierten Funktionen beschränkt und werden gern von einigen Spielern komplett missachtet. Schreiben hingegen benötigt mehr Zeit, als einige Situationen erlauben und können ebenso einfach von den Mitspielern ignoriert werden.

Pro-Teams zeigen gern eindrucksvolle Matches, welche auch durch die enorme Menge an Kommunikation zustande kommen, nicht nur durch Calls, sondern auch, weil diese Spieler aneinander gewöhnt sind, viel miteinander trainieren und somit oft die selben Ideen in der selben Situation haben, was zu tun ist und was nicht. Diese Fähigkeit, sich auf Situationen anpassen zu können, ohne ein Wort zu sagen, zeigt ein völlig neues Level der Kommunikation auf, welche für Spieler der Heldenliga leider gänzlich fehlt.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Heldenliga in vielen Dingen von der Pro-Scene-Meta und somit dem unterscheidet, was in Competitive-Matches gesehen werden kann. Nichtsdestotrotz müssen Spieler verstehen, dass viele verschiedene Helden in der Heldenliga besser funktionieren, als sie es in Profi-Matches tun würden, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Mäßige Team-Kompositionen und ungewöhnliche Helden, sind in der Heldenliga bei Weitem nicht so tragisch, wie es in den Profiligen der Fall sein würde.

Das Wissen, welches du aus der eSport-Szene gewinnst ist toll und wahrscheinlich auch sehr gut für dein Spiel. Trotzdem sollte die Competitive-Meta nicht in der Komposition deines Heldenliga-
Teams erzwungen werden. Erkenne die Möglichkeit, dass ungewöhnliche Teams und/oder Helden zu deinem Charakter passen können. Frustiert zu sein ist der erste Schritt zur Niederlage, also bleibe stets positiv.

Quelle: Stormkings Tempostorm

About Marv

"Betrayer... In truth, it was I who was betrayed. Still, I am hunted. Still, I am hated. Now, my blind eyes see what others cannot: that sometimes the hand of fate must be forced! Now go forth... unleash the tides of Doom... Upon all those...who would oppose us."

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Ein Kommentar

  1. Im Grunde genommen guter Beitrag, der das Kernproblem widerspiegelt. Trotzdem gibt die Pro-Szene guten Rückschluss darauf, welche Heroes im Moment einfach stärker sind als andere, bzw. was einfach nie gepickt wird. Man sieht auch anhand der Bans recht gut, was contested Picks sind. Also ganz ignorieren würde ich die Pro-Meta nicht unbedingt, trotzdem natürlich keine Teamcomp erzwingen.

    Hauptunterschied ist in der SoloQueue einfach das Teamplay und die Koordination. Ich würde z.B. in der SoloQueue NIE Medivh zocken, in der Pro-Szene sieht man den aber andauernd.

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